Markus Kraxner
Ergotherapeut
Sturzprävention
+43-699-17271795
A-9020 Klagenfurt, Kärnten Österreich

Allgemeine Informationen

Warum ist der Sturz hier Thema?

Der überwiegende Teil der Stürze passiert in der eigenen Wohnumgebung, sei es als Sturz auf gleicher Ebene, als Sturz von Treppen/Stufen oder als Sturz aus der Höhe. Stürze zeichnen sich also für einen Großteil der im Krankenhaus behandelten Sport- und Freizeitunfälle in Österreich verantwortlich.

Wo liegt das Problem?

Ein Sturz muss nicht automatisch mit einer schweren Verletzung enden, so stürzen Kinder z.B. sehr oft, meist ohne dass sie gravierende Folgen im Sinne eines Knochenbruchs davontragen – bei älteren, zuhause lebenden Menschen sieht dies leider oft etwas anders aus, die Statistiken zeichnen hier ein eher düsteres Bild:

  • Jede dritte Person, die älter als 65 Jahre ist stürzt einmal pro Jahr
  • Jede zweite Person, die älter als 80 Jahre ist stürzt einmal pro Jahr
  • Frauen haben ein doppelt so hohes Sturzrisiko wie Männer
  • Nach einem erlittenen Sturz ist das Risiko im nächsten Jahr erneut zu stürzen zwei- bis dreimal so hoch wie in der übrigen Bevölkerung desselben Alters
  • Stürze und Sturzfolgen sind die Haupttodesursache bei Personen die älter als 65 Jahre sind

Jeder Sturz hat Folgen

Auch wenn nach einem Sturz keine gravierenden Folgen auftreten, so kann auch ein „folgenloser Sturz“ zu Symptomen wie erhöhter Sturzangst, reduzierter Aktivität, Muskelschwund und sozialem Rückzug führen – was einen Verlust von Unabhängigkeit darstellt und die Lebenserwartung verkürzt.

Die Folgen nach einem Knochenbruch sind viel gravierender: die Hälfte aller betroffenen Personen erholt sich nicht mehr vollständig, 20 % versterben in den nächsten sechs Monaten. Übrigens: 95 % aller Hüftfrakturen lassen sich auf einen Sturz zurückführen…

Im Pflegeheim ist es sicherer…

Dies trifft leider nicht zu, Personen die in Institutionen leben, haben ein deutlich höheres Sturzrisiko als zuhause lebende Personen – 50 % aller Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner stürzen einmal, mehr als 40 % stürzen öfter als einmal im Jahr. Zusätzlich ist das Sturzrisiko in den ersten drei Monaten nach dem Wechsel in ein Pflegeheim fast doppelt so hoch als normal.

Was sind die häufigsten Sturzrisikofaktoren?

Risikofaktoren lassen sich in „innere“ (intrinsische) und „äußere“ (extrinsische) Faktoren unterteilen, zu den wichtigsten intrinsischen Faktoren zählen z.B. höheres Alter, zurückliegende Stürze, weibliches Geschlecht, Einnahme von mehr als vier Medikamenten pro Tag, bestimmte Krankheiten (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Inkontinenz und Gelenksabnützungen), kognitive Leistungseinschränkungen, Sehstörungen und Mangelernährung.

Die wichtigsten extrinsischen Faktoren betreffen die Wohnumgebung, Kleidung, Schuhe und Hilfsmittel von Personen. So können Teppiche, Türschwellen, schlechte Beleuchtung, Schuhe mit hohen Absätzen und falsch eingestellte Gehstöcke oder Rollatoren einen Sturz verursachen beziehungsweise begünstigen.

Man geht davon aus, dass bei Personen, die das achtzigste Lebensjahr überschritten haben, vorwiegend die intrinsischen Risikofaktoren sturzauslösend wirken, während bei Personen die jünger als 80 Jahre sind, die extrinsischen Faktoren eine größere Rolle spielen.

Sturzursachen im heimischen Bereich - Beispiele:

Quelle:
Jahr200120022003200420052006200720082009
Stürze insgesamt96 200105 600105 500101 20097 900105 000111 100115 400119 300
Unfallursache in der Wohung/zuhause - Angaben in Prozent:
Treppen/Stufen 3617171816151617,114,1
Türschwellen 3-----55,15,9
Vorleger/Fußmatte 7-322344,94,1
Holzfußboden -3554443,12,3
Diagramm