Markus Kraxner
Ergotherapeut
Sturzprävention
+43-699-17271795
A-9020 Klagenfurt, Kärnten Österreich

Sturzpräventionsmaßnahmen

Der aktuelle Stand der Wissenschaft in der Sturzprävention

Zum Thema effektive & effiziente Sturzprävention im häuslichen Bereich gibt es zahllose Studien, die teilweise mit widersprüchlichen Resultaten bezogen auf den Effekt verschiedener Ansätze aufwarten können.

Grundsätzlich besteht ein breiter Konsens darüber, dass Präventionsmaßnahmen multifaktoriell ausgelegt sein sollen: Das bedeutet, dass das Problem von Angehörigen mehrerer Berufsgruppen bearbeitet wird, im Idealfall auf den Ebenen der Ergo- und Physiotherapie, der Medizin, der Sozialarbeit und der Psychologie.

Ergotherapie

Anpassung der Wohnumgebung, adäquate Hilfsmittelberatung und -versorgung, Erarbeiten von Verhaltensstrategien zur Sturzvermeidung

In den Aufgabenbereich von Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten fällt eine genaue Analyse (Assessment) der Wohnumgebung von Klientinnen und Klienten, und der dadurch bedingten Risikofaktoren – z.B. Türschwellen, Teppichkanten, Duschhocker und Ähnliches.

Zusätzlich sind sie für die individuelle Versorgung von Klientinnen und Klienten mit passenden Hilfsmitteln zuständig und versuchen, in Zusammenarbeit mit den betroffenen Personen Strategien, für die Änderung von Verhaltensweisen zu erarbeiten, die ein Auftreten von Stürzen begünstigen können.

Physiotherapie

Gang- und Balanceanalyse, Erarbeitung von individuellen Übungsprogrammen, Bewegungstherapie

Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten analysieren Gangbild und Balancefähigkeit und stellen Probleme in diesen Bereichen fest – im Anschluss daran wird idealerweise ein individuell auf Klientinnen und Klienten zugeschnittenes Übungsprogramm konzipiert und partnerschaftlich umgesetzt, die Anwendung von Bewegungskonzepten die an klassisches T’ai Chi angelehnt sind, ist in diesem Bereich zurzeit ein sehr vielversprechender Ansatz.

Bewegungstherapie im Sinne von heilgymnastischen Übungen kann ebenfalls einen Beitrag zur Verbesserung des Gangbildes leisten, z.B. beim Vorliegen von Gelenksabnützungen (Arthrose).

Medizin

Klinische Analyse, Überprüfung der verschriebenen Medikamente, Zuweisung an Angehörige anderer Berufsgruppen

Ärztinnen und Ärzten obliegt die klinische Analyse der vorhandenen intrinsischen Risikofaktoren von Klientinnen und Klienten. Dies umfasst eine gründliche Erhebung medizinischer Informationen um bestehende und verborgene Krankheiten zu erfassen und die Krankengeschichte zu erstellen – dies wird unter Zuhilfenahme verschiedener Tests und Verfahren gewährleistet.

Zusätzlich werden die verschriebenen Medikamente im Hinblick auf Notwendigkeit, Dosierung, Neben- und Wechselwirkungen überprüft und gegebenenfalls angepasst und Klientinnen und Klienten an Angehörige anderer Berufsgruppen zugewiesen. Eine zentrale Rolle kommt – neben in Krankenhäusern tätigen Ärztinnen und Ärzten – dem Hausarzt zu, der die ersten Anzeichen für ein erhöhtes Sturzrisiko erkennen und weitere Schritte einleiten sollte.

Sozialarbeit

Konzeption von notwendigen Maßnahmen auf sozialer Ebene und Unterstützung bei der Umsetzung

Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern obliegt die Organisation und Abwicklung von Maßnahmen wie Pflegegeldbezug, Sachwalterschaft, Essen auf Rädern, Betreuung durch soziale Dienste (Heimhilfe, Hauskrankenpflege, Notrufpiepser).

Zusätzlich können sie bei der organisatorischen Abwicklung von notwenigen Umbaumaßnahmen in der Wohnumgebung von Klientinnen und Klienten beteiligt sein.

Psychologie

Erfassung kognitiver Defizite, Angstbewältigung nach vorangegangen Stürzen, psychoedukative Maßnahmen

Psychologinnen und Psychologen sind in der Lage kognitive Defizite auf allen Ebenen zu erfassen (z.B. Gedächtnisstörungen, Störungen im Urteilsvermögen und Störungen im Problemlösungsverhalten) und Trainingsprogramme anzubieten, die diese Leistungen verbessern können.

Sie sind auch im Bereiche Bewältigung von Sturzangst nach vorangegangenen Stürzen tätig und unterstützen Klientinnen und Klienten bei der Anpassung alter, und beim Erlernen neuer Verhaltensstrategien.